Nun ist man ‚plötzlich‘ Muddi

Nun ist man ‚plötzlich‘ Muddi

Unser Lütter ist nun schon seit 4,5 Wochen bei uns und wir damit jetzt offiziell eine kleine Familie. Die ersten 4 Wochen sind im Fluge vergangen. Wir hatten das Glück die ersten vier Wochen gemeinsam zu Hause zu verbringen. Darüber bin ich sehr sehr glücklich, weil mein Freund eine tolle Hilfe war und auch immer noch ist. Gerade in den ersten drei Wochen, in denen die Nachwirkungen der Geburt noch erheblich sind, wäre ein alleine zu Hause bleiben für mich keine beruhigende Aussicht gewesen. Ich hatte trotzdem auch jetzt nach 4 Wochen etwas Angst vor den ersten Tagen alleine mit dem Kleinen. Angst ihn nicht beruhigen zu können, etwas falsch zu machen. Klingt vielleicht blöd, schließlich hat man sich das ausgesucht, aber so sind meine Gefühle eben.

Montag war dann gegen 11Uhr der Gedanke da: und nun? was machen wir jetzt den ganzen Tag? – vorweg: wir haben es überlebt 😉
Bisher hatte ich immer etwas um die Ohren und das Spazieren an der frischen Luft macht mir und dem Kleinen Spaß. Allerdings sind seine Essensabstände noch nicht so groß. Also entweder muss ich im Wald auf einer Bank stillen oder die Runden moderat halten.

Bei mir ist übrigens der Respekt vor alleinerziehenden Müttern extrem gestiegen. Es gibt ja auch Frauen, die vor Geburt und Wochenbett alleine dastehen, weil die Beziehung entweder vielleicht nie bestand oder während der Schwangerschaft kaputt gegangen ist (oder viele andere Gründe…).
Bei der Geburt im Kreissaal empfand ich das Zusammensein mit meinem Freund in dieser extremen Situation als sehr wichtig für mich. Es gab mir Sicherheit und er hat mich absolut toll während allen Phasen der Geburt unterstützt (die ja nunmal auch flockige 22 Stunden dauerte). Im Wochenbett war seine Hilfe dann auch wieder sehr wichtig. Sei es das Kind zu tragen, Essen zu machen oder während des Babyblueses ein offenes Ohr und tröstende Worte zu haben. Für mich sehr wichtig. Wer weiß, ob sich die negativen Gedanken nicht noch mehr verfestigt hätten – ich bin eine Grüblerin.
Jetzt arbeitet er zwar wieder, aber ich habe Abends jemanden, der mir das schreiende Kind auch mal abnehmen kann und in einen anderen Raum geht und ich einfach mal gut durchpusten kann. Die letzten zwei Tage war ich, auf Grund einer beruflichen Auslandsreise von ihm, auch einmal komplett allein und ich konnte kurz nachfühlen, wie extrem belastend es ist nicht einmal in „Ruhe“ und mit abgeschalteten Gedanken Zähne putzen zu können oder jedes Mal auf die Toilette sprinten zu müssen.

Wir haben uns auf Grund der ersten Wochen auch dazu entschieden, dass mein Freund mehr Elternzeit nehmen wird als zuerst angedacht und wir 2 Monate selbst finanzieren. Die Zeit rennt einfach so, er geniesst die Zeit mit dem Kleinen und ich möchte, dass die beiden diese auch nutzen können. Ich sehe den Luxus, dass wir uns dies leisten können, aber auch überhaupt einander zu haben. <3

kuehles_Blondes

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