Warum am Ende der Schwangerschaft nur noch gewartet wird.

Warum am Ende der Schwangerschaft nur noch gewartet wird.

Sechs Wochen vor der Geburt des Kindes geht man normalerweise in den Mutterschutz. Oftmals gibt es diverse Gründe warum viele Mütter bereits etwas früher nicht mehr arbeiten dürfen. Dann steht die große Verabschiedung auf der Arbeit an und ganz viel „Genieß die Zeit zu Hause, schlaft nochmal viel und geht oft ins Kino“. Diese Ratschläge haben wir sehr sehr oft gehört. Lieb gemeint klar, aber etwas schwierig in der Umsetzung.
In der ersten Zeit zu Hause muss man sich an die körperliche Umstellung gewöhnen, wenn noch nicht passiert. Statt 3-4 Punkte am Tag auf dem Zettel zu haben und unternehmen oder abarbeiten zu wollen, schafft man plötzlich nur noch 1-2. Am Ende der Schwangerschaft auch wirklich nur noch einen Programmpunkt, ansonsten droht gegen Abend die Erkenntnis „Das war heute wieder zu viel“. Außerdem werden schnell noch die letzten Dinge gekauft , Erledigungen gemacht, Anträge besorgt und ausgefüllt, alles mögliche Aufgebaut und zusammen gezimmert.
Kino – ok, das geht. Wir waren nochmal richtig oft im Kino. Jetzt kurz vor dem Stichtag war ich dann auch mal Mittags im Kino, dann ist es noch schön entspannt leer.
Schlafen – oha, ganz ganz schwieriges Thema. Beim Liegen gibt es Sodbrennen und das Essen kommt quasi wieder hoch. Das kann soweit gehen, dass man lieber erbricht, als noch weiter das Essen direkt kurz vorm Rauskommen zu spüren. Hinzu kommt, dass die Hohlvene beim normalen Liegen gerne abgedrückt wird und man erhöht liegen muss, am besten auch etwas seitlich. Man thront also im Bett in einer fast halbsitzenden Position und ist dabei leicht zur Seite gekippt. Klingt genauso wie es sich anfühlt…nicht schön.
Das Aufwachen und ständig aufs Klo müssen ist da doch eher das kleinere Übel. Schön Schlafen geht aber definitiv anders.
Schön Schlafen werden wir, wenn der Lüdde da ist, wahrscheinlich erstmal auch nicht mehr, aber sinnvolles Vorschlafen ist momentan auch nicht mehr möglich.
Gehen – ich hatte viele tolle Vorsätze was es das Bewegen in der Schwangerschaft angeht, bis mich dann die Realität einholte. Jeden Tag wollte ich eine circa 5km Runde gehen. Die Realität sah so aus, dass es Tage gab an denen der Kleine auf den Ischiasnerv drückte und vorne die Mutterbänder streikten (starker Schmerz in der Leiste) und somit schon toll war, wenn ich vom Bett zur Toilette kam.
Für einen Spaziergang von circa 2,1km benötige ich mittlerweile 35-55 Minuten. Heute bei schönem Wetter habe ich einen kleinen Rekord aufgestellt. Danach bin ich dann allerdings auch körperlich echt geschafft.
Wenn man normalerweise relativ autonom unterwegs ist und sich ganz gerne bewegt, ist das wirklich eine Einschränkung, die man erstmal verdauen muss. So ein Zustand kann ziemlich unbefriedigend sein. Macht einen aber auch sensibler für Einschränkungen anderer Menschen. Der Kopf will, der Körper kann nicht – kein schöner Zustand, zermürbend.
So sehen die letzten Tage eigentlich so aus, dass ich Termine auf das Minimum beschränke und wirklich versuche nur einen Termin am Tag zu haben. Ich versuche mir Ruhe zu gönnen und die brauche ich auch. Ich bin häufig müde und manchmal schon nach dem Frühstück wieder so geschafft, dass ich mich hinlegen muss.
Wenn ich auf der Couch oder im Bett liege, muss ich mich ständig umlagern und überall Kissen zwischen mich quetschen, weil mir sonst schlecht wird und ich das Gefühl habe keine Luft mehr zu bekommen.
Jetzt ist es nicht mehr lang und wahrscheinlich werde auch ich Phasen haben in denen ich denke „oh, war die Schwangerschaft entspannt“. Momentan sieht es allerdings anders aus und ich hoffe die Gründe werde ich auch nicht allzu schnell vergessen, denn so entspannt wie man denkt ist diese freie Zeit im Mutterschutz wirklich nicht. (und sicherlich auch nicht für meinen Freund, der mir ziemlich vieles abnehmen muss/abnimmt. Danke <3 )

kuehles_Blondes

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